Warum finanzielle Anreize verpuffen: Verhaltensökonomische Perspektiven auf wirtschaftspolitische Maßnahmen in der Energiekrise
Abstract
Zusammenfassung Vor dem Hintergrund der Energiekrise 2022/23 und der Gefahr einer Gasmangellage suchte die deutsche Wirtschaftspolitik das Verbrauchsverhalten der Haushalte durch finanzielle Anreize zu beeinflussen. Markus Dertwinkel-Kalt und Matthias Sutter analysieren, warum hier finanzielle Anreize nur begrenzt wirksam waren. Auf Basis unterschiedlicher Studien argumentieren sie, dass Haushalte die Anreizstruktur von Instrumenten wie der Gaspreisbremse häufig missverstanden und dass die Preiselastizitäten des Gasverbrauchs sehr gering waren. Die Analyse belegt, dass nicht-monetäre Faktoren wie Sparappelle, Sorgen um Versorgungssicherheit und moralische Motive eine deutlich größere Rolle spielten als Preise. Daraus leiten die Autoren Folgerungen für wirtschaftspolitische Kommunikation, Preistransparenz und den Ausbau von Smart Metern ab.
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Authors: Markus Dertwinkel‐Kalt, Matthias Sutter
Institutions: University of Cologne, University of Münster, Universität Innsbruck, Max Planck Institute for Mathematics, Ca' Foscari University of Venice