„Follow the Science“? Die Blindstellen der (deutschen) Politikwissenschaft in Fragen von Krieg und Frieden
Abstract
Zusammenfassung Der Beitrag analysiert Fachtrends und Strukturentwicklungen der Disziplin Internationale Beziehungen (IB) und beleuchtet dabei insbesondere die Lage in Deutschland. Er geht der Frage nach, welchen Wert die in jüngerer Zeit vom Fach hervorgebrachten Erkenntnisse für die Politik im Umgang mit geopolitischen Krisen besaßen und künftig bieten könnten. Die Theorie- und Fachentwicklung der IB zeugt von einem starken Glauben an die Möglichkeit internationaler Kooperation. Im deutschen Wissenschaftsökosystem hat sich diese Ausrichtung in besonderem Maße institutionell verfestigt: Es wird von der Friedens- und Konfliktforschung, der Governance-Forschung und konstruktivistischen Ansätzen dominiert. Vieles spricht dafür, dass die deutsche Politik auf ihrem außen- und sicherheitspolitischen Irrweg wissenschaftlichen Empfehlungen stärker gefolgt ist, als gemeinhin anerkannt wird. Umso dringlicher erscheint es, die bestehenden Lücken im Bereich realistischer Sicherheits- und Strategiestudien zu schließen.
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Authors: Gerlinde Groitl
Institutions: University of Regensburg