Society & Economicsarticle2026-09-04

Von der Relativität der Gewissheit – Perspektiven für eine interreligiöse Hermeneutik

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Abstract

Zusammenfassung Wie darf und muss Heilsgewissheit verstanden werden, wenn sie weder zu theologischen Exklusionen der Religionsanderen und deren Gewissheiten führen soll noch zur Relativierung der Wahrheitsfrage? Religionstheologisch eingebettet, werden vier Antworten gegeben: Erstens muss und darf sie theologisch verstanden werden als Gottesgeschenk, das als solches über die Konstitutionsbedingungen von Glauben Toleranz freisetzt, kurz: Toleranz aus Glauben (Chr. Schwöbel). Zweitens soll sie religionskritisch verstanden werden nicht als abstrakte Begegnung von Religionen, sondern als konkretes Begegnungsgeschehen zwischen Menschen (R. Bernhardt). Drittens darf dieses Begegnungsgeschehen hermeneutisch „testende Rückfrage(n)“ (D. Ritschl) zulassen, die methodisch Entsprechungen nicht schon voraussetzen, sondern freisetzen. Schließlich darf und soll Heilgewissheit religionstheologisch eingeordnet als fragender Inklusivismus (R. Wüstenberg) im inter-religiösen Begegnungsgeschehen verstanden werden. Im Gegensatz zum reinen Inklusivismus des klassischen Dreierschemas werden Entsprechungen nicht schon voraussetzt, sondern es wird in Verbindung mit dem mutualen Inklusivismus (Bernhardt) der Ansatz eines Positionellen Pluralismus (Schwöbel) auf eine Wechselseitigkeit hin erweitert.

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View paper (DOI)OpenAlexNeue Zeitschrift für Systematische Theologie und ReligionsphilosophiePublished 2026-09-04

Authors: Ralf K. Wüstenberg

Institutions: Europa-Universität Flensburg